Virtuelle Realität im Heizungskeller: Das Projekt „ARSuL“ erforscht, wie Datenbrillen Fachhandwerker im Alltag unterstützen und zur Lösung des Fachkräftemangels beitragen können. Ein Blick auf das Werkzeug von morgen.

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Reparaturen, Wartungen und Schulungen aus der Ferne durchführen – was zunächst wie Science-Fiction klingt, ist die Idee hinter dem Projekt „ARSuL“ (Augmented Reality basierter Support für das Lernen im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk). Seit Anfang 2017 beteiligt sich Vaillant gemeinsam mit den Hochschulen Fachhochschule Südwestfalen, Hochschule Niederrhein, Hochschule Ruhr West, ausgewählten Fachhandwerks- betrieben und der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk an der Umsetzung.

Ziel des Projekts ist es, effektives Lernen in die täglichen Arbeitsabläufe zu integrieren und erfahrenen Mitarbeitern zu ermöglichen, ihr Wissen ohne großen Zeitaufwand an jüngere Kollegen weiterzugeben.

Dadurch lassen sich Trainings effizienter gestalten und besser auf die individuellen Bedürfnisse der Fachhandwerker zuschneiden.


Digitale Ausbildung – reale Vorteile
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Das Projekt ARSuL erforscht konkret, wie sich Fachkräfte schneller für die Anforderungen der immer komplex werdenden Heiztechnikwelt fit machen lassen. Eine mögliche Lösung: Augmented Reality, die Verschmelzung von realer und virtueller Welt. Dabei wird die Umgebung beim Blick durch eine Datenbrille um wichtige Informationen oder digitale Objekte ergänzt. So sieht der Handwerker beispielsweise auf dem Display alle Handgriffe für eine anstehende Wartung in chronologischer Reihenfolge. Gleichzeitig kann ein erfahrener Meister vom Büro aus seinem jüngeren Kollegen vor Ort Tipps geben, indem er sich das Bild der Kamerabrille übertragen lässt.

Dadurch unterstützt das System den Fachhandwerker künftig dabei, Arbeitsabläufe zu erlernen oder zu trainieren – und gibt ihm direktes Feedback zu seinen Handlungen. „Die vielfältigen Support-Möglichkeiten von ARSuL sind noch gar nicht absehbar“, sagt Oliver Gremm, Leiter Produktvermarktung bei Vaillant Deutschland. „Allerdings sind bis zur Serienreife noch verschiedenste Fragen zu klären.“ Dazu zählt auch, wie sich der ungehinderte Datenempfang in Kellerräumen oder Gebieten ohne Breitband-Internetzugang sicherstellen lässt. „Das gilt vor allem für ländliche Gegenden, in denen die Abdeckung für Mobilfunkdaten nicht immer den Anforderungen genügt“, so Gremm. Deshalb arbeiten die Entwickler auch an einer Offline Variante von ARSuL. Dabei werden vor den Einsatz beim Kunden die Daten der verbauten Heizgeräte auf der Kamerabrille gespeichert und stehen dem Handwerker so auch ohne Netzverbindung zur Verfügung.


Aus Theorie wird Praxis
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Derzeit wird das erste Heizgerät – der bodenstehende Gas-Brennwertkessel ecoCOMPACT – so digitalisiert, dass er für die Zwecke von ARSuL einsetzbar ist. Anschließend geht es daran, das System flächendeckend praxistauglich zu machen. In Zusammenarbeit mit Vaillant und dem Fachhandwerk stehen dabei vor allem die täglichen Erfahrungen aus Weiterbildungen und Kundeneinsätzen im Fokus. Gefördert wird das Projekt ARSuL durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Rund 1,7 Millionen Euro fließen bis Ende 2019 in die Entwicklung und Umsetzung von digitalen Lösungen für das SHK-Handwerk.





MOTIVATION
Der immer kürzer werdende technische Innovations- und Produktzyklus im Handwerk erfordert eine kontinuierliche Weiterbildung und Flexibilität der Beschäftigten, die jedoch nicht immer möglich ist. Aufgrund des Nachwuchsmangels werden bereits jetzt in einigen Branchen weniger qualifizierte Personen in stark technisch ausgerichtete Arbeitsabläufe integriert. Gefragt ist ein System, das ohne aufwändige Qualifizierungen und Anleitungen die Mitarbeiter begleitet und ihnen die erforderlichen Kenntnisse zur Verfügung stellt.

ZIELE UND VORGEHEN
Ziel ist eine bedarfsgerechte Qualifizierung und Unterstützung der Beschäftigten mit Bezug zum konkreten Arbeitskontext. Die Unterstützung wird über eine komplexe Integration von Sensorik, intuitiven Mensch-Technik-Schnittstellen und einem Lernmanagement-System realisiert. Dafür werden verfügbare Lernmedien in einem neuartigen Gesamtsystem vereint. Das Lernsystem soll über Computer und mobile Geräte (z. B. Smartphones, Tablets, Datenbrillen) nutzbar sein. Die Lerninhalte werden für alle Beschäftigten unter Berücksichtigung ihres persönlichen Vorwissens und ihrer individuellen Aufgaben bereitgestellt. Das System verfolgt dabei den Ansatz des integrierten Lernens.

INNOVATIONEN UND PERSPEKTIVEN
Das Projekt nimmt das lebenslange Lernen in den Fokus: durch praxisnahe Kombination innovativer Lernkonzepte mit technologischen Hilfen, die den berufsbegleitenden Lernerfolg erhöhen und klassische Strukturen zwischen Lehrer und Lernenden aufweichen. Ältere oder körperlich weniger belastbare Wissensträger bleiben den Handwerksbetrieben für die Aus- und Weiterbildung erhalten.



WAS HAB ICH DAVON?

16

Teammitglieder

6

Institutionen und Unternehmen im Projektverbund


Bundesministerium für Bildung und Forschung

BMBF-Fördermaßnahme der Mensch-Technik-Interaktion im Rahmen des Förderschwerpunktes "Erfahrbares Lernen" | Förderkennzeichen: 16SV7628K





Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG

Remscheid | Verbundkoordinator





Fachhochschule Südwestfalen

Soest | Didaktik





Hochschule Niederrhein

Krefeld | Technik





Hochschule Ruhr West

Bottrop | Technik





Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk

Düsseldorf | Projektberatung






Ansprechpartner

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